Schluss mit langweiligen Powerpoint-Vorträgen – dank "Slide:ology"!

Über die immer gleich aufgebauten, sterbenslangweiligen "Bulletpoint-Wüsten" bei Vorträgen kann wohl jeder von uns ein Liedchen singen. Doch wenn man es wirklich anders - und besser! - machen will, merkt man schnell: Nur weil man weiß, wie's nicht geht, gelingt einem noch längst nicht auf Anhieb die "Killer-Präsentation". Und ein paar aufgepeppte Grafiken alleine bringen es auch nicht.

slideologyDurchaus hilfreich bei der Neuausrichtung der eigenen Präsentationen ist hier das Buch slide:ology von Nancy Duarte, deren Agentur unter anderem die Slide-Show in Al Gores Oscar-prämiertem Film "Eine unbequeme Wahrheit" gestaltet hat.

Duarte vermittelt in ihrem Buch das Prinzip des visuellen Erzählens, bei dem Bilder und Text auf der Folie und die Sprache des Präsentierenden optimal aufeinander abgestimmt sind.

Klingt doch einfach, dachte ich.

Doch weit gefehlt, denn während der Lektüre konfrontiert mich die Autorin auf ihrem Fachgebiet mit einigen "unbequemen Wahrheiten":

  1. Viele meiner Folien gehören zur "Teleprompter-Kategorie": Die Folie fasst die Aussagen meines Vortrages Stichpunktartig zusammen. Das Problem: Meine Folien und mein Vortrag stehen in Konkurrenz zueinander, anstatt sich zu ergänzen. Der ungeduldige Zuhörer liest schneller, als ich erzähle und hört mir nicht mehr zu.

  2. Ich muss also komplett umdenken und a) viel systematischer an die Planung, dafür b) viel kreativer an die gestalterische Umsetzung gehen. Kleiner Trost: Das Buch ist hierbei ein hervorragender Leitfaden, so mein durchgängiger Eindruck. Die Fülle an konkreten Tipps und der fachliche Background ist wirklich beeindruckend.

  3. Ich habe in den Aufwand, der für die Erstellung einer richtig guten Präsentation nötig ist, bisher deutlich unterschätzt. An einer kompletten Überarbeitung werde ich mehrere Wochen sitzen, das machen auch die vielen gezeigten Beispiele deutlich.

  4. So schön die Kunst der Improvisation auch ist: Gerade weil meine neuen Folien mir nicht mehr als Spickzettel dienen werden, werde ich meine künftigen Präsentationen proben müssen!

Das überaus ansprechend gestaltete Buch aber zeigt, dass sich die Mühe lohnt. Und das nicht nur anhand von eindrucksvollen Beispielen, sondern auch mit Hilfe ganz konkreter Tipps und Maßnahmen. Einige wenige Beispiele (das Buch bietet Dutzende):

  1. Erstellen Sie ein Profil Ihrer Zielgruppe, um Ihre Präsentation nicht zum Selbstzweck werden zu lassen, sondern ganz konkret auf die Erwartungshaltung Ihrer Zuhörer eingehen zu können. Typische Fragestellungen bei der Erstellung dieses Steckbriefes: Wer ist Ihre Zielgruppe, was beschäftigt sie und wie können Sie ihnen helfen? Was für Einwände könnten Ihnen im laufe des Vortrages begegnen und was haben Sie darauf zu erwidern?

  2. Hören Sie auf damit, auf jeder Folie Ihr Logo einzublenden. Das kostet Platz, lenkt ab und ist schlicht unnötig, denn spätestens nach der ersten Folie sollte den Zuhörern klar sein, mit wem (bzw. mit welchem Unternehmen) sie es zu tun haben.
  3. Verzichten Sie auf Textwüsten. Eine Faustregel aus dem Buch: Weniger als 20 Wörter pro Folie, Schriftgröße niemals kleiner als 28 Punkt.

  4. Versuchen Sie, von der linearen Abfolge von Folien abzuweichen. Dies gelingt, indem man die einzelnen Folien wie Einzelteile eines großen zusammenhängenden Bildes gestaltet und mit Hilfe raffinierter Folienschwenks über dieses Bild fährt. Ein sehr schönes Beispiel hierfür finden Sie unter diesem Link (Klicken Sie auf die Ziffer 195).
  5. Wie schon oben erwähnt: Üben Sie Ihren Vortrag bei jeder sich bietenden Gelegenheit, egal wie rethorisch sattelfest sie sich wägen.

Sie sehen: Es gibt viel zu tun in den nächsten Wochen...

>> Das Buch "slide:ology" bei Amazon anschauen. <<

PS: Wer seine Folien mit Powerpoint erstellt und sich nicht mit einer "strategischen Neuausrichtung" seiner Präsentationen befassen möchte, sondern vielmehr konkrete Unterstützung bei der grafischen Aufwertung seiner bisherigen Folien benötigt, dem sei an dieser Stelle das "Powerpoint Ideenbuch" empfohlen. Es steckt voller Ideen, wie man alles aus seinen Charts und Diagrammen herausholt, und die beiliegende CD-Rom mit allen im Buch gezeigten Beispielen erspart einem wirklich eine Menge Arbeit!
>>
Das "Powerpoint Ideenbuch" bei Amazon anschauen. <<